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Rouen |


Rouen

Sucht man Rouen auf einer Landkarte Frankreichs, wird man im Norden, in der Region Normandie, genauer gesagt in der Haute-Normandie, fündig. Die Stadt liegt an der Seine, und zwar dort, wo der Fluss sehr viele Windungen aufweist. Rouen wird von ihr durchquert und dadurch in das linke und rechte Seineufer geteilt. Rouen ist Sitz der Präfektur des Departements Seine-Maritime und stellt dessen Hauptstadt dar, die ca. 113.000 Einwohner umfasst.
Auffällig ist beim Blick auf die Landkarte auch die geografisch gute Situierung Rouens, um einerseits nah am Meer zu sein und die Natur genießen zu können, andererseits das Stadtflair verschiedenster Städte, natürlich Rouens selbst, zu entdecken. So befinden sich beispielsweise Paris oder Le Havre in "unmittelbarer Nähe". Etwa eine Zugstunde oder aber eineinhalb Autostunden (Autobahn) bedarf es für die Strecke Rouen-Paris.

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Bei der Betrachtung der Geschichte Rouens dürfen die Wikinger, Engländer und der Zweite Weltkrieg nicht fehlen. Ende des 9./Anfang des 10. Jahrhunderts wurde Rouen von den Wikingern überfallen und ging schließlich im Jahr 911, in das Besitztum der Wikinger über. Bereits zu der Zeit war Rouen eine Hauptstadt, des Herzogtums Normandie. Nachdem die Franzosen die Stadt 1204, wieder zurückerobern konnten, mussten sie die Stadt im Jahr 1419 an die Engländer abtreten. In diesem Zusammenhang spielte auch die französische Nationalheldin Johanna von Orléans (Jeanne d'Arc) eine Rolle, die versuchte, ihr Land von den Engländern zu befreien. Dabei geriet sie in Gefangenschaft und wurde letztlich in Rouen verbrannt. Der Zweite Weltkrieg spielte jedoch hauptsächlich, wie für viele andere Städte Frankreichs bzw. Europas auch, für die Infrastruktur eine wichtige Rolle. Das Viertel zwischen der Kathedrale Notre-Dame und den Seine-Brücken wurde komplett zerstört. Dort befinden sich heute moderne Gebäude.

Doch weshalb ist Rouen einen Besuch wert? 

Rouen ist eine Stadt, die das Groß- und gemütliche Kleinstadtleben vereint. Die modernen Gebäude wechseln sich mit traditionellen Fachwerkhäusern,Vue de Rouen die oft Spuren des Mittelalters aufweisen, ab.
Der Stadtkern umfasst alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten. Eine Besichtigung der Stadt lässt sich folglich an einem Tag realisieren. Der Palais de Justice, der in seiner vollen Pracht den gothischen Architekturstil zur Schau stellt, befindet sich im Stadtzentrum. Das Gebäude stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert, wurde aber bis ins 20. Jahrhundert hinein weiter "konstruiert". Nicht nur die sehr detailreiche Gestaltung der Fassade zieht die Blicke auf sich, sondern auch die "Löcher", die an der linken Aussenfassade vorzufinden sind. Diese bezeugen die Angriffe während des Zweiten Weltkrieges. Das Gebäude, das heutzutage das Gericht beherbergt, war früher der Sitz des Parlaments der Normandie. Als weitere alte, geschichtsträchtige und zu besichtigende Gebäude sind ebenso die Kathedrale, der frühere Pestfriedhof Aître Saint Maclou, das Haus Bourgtheroulde, die "Große Uhr" und der Alte Markt, wo auch die architektonisch futuristisch wirkende Kirche Sainte-Jeanne-d'Arc steht, gleich neben der Stelle, an der Jeanne d'Arc 1431 verbrannt wurde.
Aber nicht nur Gebäude die sind als sehenswert zu bezeichnen. Die vielen kleinen Gassen, größtenteils von Fachwerkhäusern umgeben, ermöglichen einen gemütlichen Stadtspaziergang. Die eine oder andere Crêperie, Salons de thé oder Brasserien laden dabei zu einer Pause ein, wobei sich beispielsweise die regional typischen Getränke, Cidre oder Calvados, probieren lassen.
Nicht nur Johanna von Orléans hat die Geschichte Rouens geprägt. Berühmte Schriftsteller, Gustave Flaubert und Pierre Corneille, konnten Rouen ihre Geburtststadt nennen. Ihre Geburtshäuser sind heute Museen und reihen sich somit in die Vielzahl der Rouener Museen ein.
Auch auf die Maler, inbesondere auf die impressionistischen, hatte die Stadt Rouen in ihrer Vergangenheit, und sicherlich noch heute, eine anziehende Wirkung. So war es beispielsweise Claude Monet, der eine ganze Gemäldereihe der Kathedrale kreierte.
Wirtschaftlich kommt Rouen aufgrund des großen Hafens eine wichtige Bedeutung zu. Dieser spielt auch bei der regelmäßig (ca. alle fünf Jahre) im Sommer stattfindenden Armada, einer Schiffsschau der weltweit größten Segelschiffe eine Rolle. Tagelang werden die Seineufer in und um Rouen herum zum Besuchermagnet.


 

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